Forschendes Lehren als Methode zur kontinuierlichen Verbesserung von Hochschullehre

Donnerstag, 15:00 – 16:00 Uhr, Raum 6.334

Keynote Prof. Dr. Birgit Spinath:

Die Qualität von Hochschullehre erfährt seit einigen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit. Diese Entwicklung wird getrieben durch den Bologna-Prozess, die Notwendigkeit zur Akkreditierung von Studienprogrammen, Bildungsvergleichsstudien, Hochschulrankings, ausgeschriebene Fördermittel für innovative Hochschullehre und Weiteres mehr. Insbesondere digitale Medien bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von Lehr-Lernformaten. Die empirische Befundlage zum Einsatz digitaler Medien in realen Lehr-Lernsituationen bleibt jedoch hinter den technischen Entwicklungen und der gestiegenen Nachfrage nach belastbaren Erkenntnissen zurück. In diesem Vortrag wird das Konzept des Forschenden Lehrens zur Verbesserung der Qualität von Hochschullehre vorgestellt. Beim Forschenden Lehren wird die Lehre zum Gegenstand der Forschung, indem die Wirkungen des eigenen didaktischen Handelns untersucht werden. Anhand eines Beispiels wird der in mehreren Phasen verlaufende, iterative Prozess des Forschenden Lehrens veranschaulicht. Es wird aufgezeigt, wie in einer großen Vorlesung durch systematische Variation der Lehr-Lernbedingungen auf Seiten der Studierenden Lernerfolg, Motivation und Zufriedenheit mit den Lernbedingungen optimiert werden können. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Einsatz einer Lernplattform sowie ein damit verknüpftes Analysetool zur automatischen Verarbeitungen studentischer Texte gelegt. Auf dieser Grundlage werden Prinzipien für erfolgreiches Lehren und Lernen in der Hochschule abgeleitet.